Zufriedene Kunden

Mehr Transparenz, niedrigere Lagerbestände und sinkende Kosten auf beiden Seiten mit VMI

Mit Vendor Managed Inventory (VMI) werden Lieferanten aktiv und übernehmen Verantwortung für die Lagerbestände ihrer Kunden. Sie erhalten Einblick in die aktuellen Bestände, liefern innerhalb fest  vereinbarter Bestandsober- und -untergrenzen eigenverantwortlich und können auf diese Weise ihre eigene Produktion besser planen. Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand: mehr Transparenz, niedrigere Lagerbestände, sinkende Kosten.

Als einer der weltweit größten Automobilzulieferer verfügt die ZF Gruppe über eine hohe Prozesskomplexität und ein sehr großes Beschaffungsvolumen. Aus diesem Grund ist es für ZF wichtig, die Qualität und Effizienz der Prozesse laufend zu optimieren. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auf den Beschaffungsprozessen. Hier beobachtet und evaluiert ZF laufend neue Management-und Organisationsansätze. Einer dieser Ansätze ist Vendor Managed Inventory: ein Konzept, bei dem der Lieferant die Disposition des Lagers seines Kunden übernimmt. Dazu werden die  Lagerbestandsdaten und Bedarfe angezeigt und für jeden Artikel maximale und minimale Lagerbestände vereinbart. Auf Basis dieser Daten disponiert der Lieferant das Lager seines Kunden selbstständig. Heute wickeln mehr als fünfzig Lieferanten rund 900 Sachnummern mit ZF über Inventory Collaboration ab – die Lösung von SupplyOn zur Abbildung des VMI-Prozesses.
Die Daten werden direkt aus dem SAPSystem von ZF in den Inventory Monitor eingespeist und täglich aktualisiert, so dass die Disponenten auf beiden Seiten auf Basis identischer Informationen planen. Dem Lieferanten stehen umfangreiche Tools zur Verfügung, die eine schnelle Erfassung  der aktuellen Situation ermöglichen: So kann er beispielsweise anhand von Ampel-Funktionen sofort feststellen, wann welche Teile in welchem Umfang geliefert werden müssen.

Reduktion der Prozesskosten

Besonders vorteilhaft ist der VMI-Prozess für Komponenten, die in unabhängigen Losgrößen produzieren werden. Dabei handelt es sich meist um so genannte B- und C-Teile, beispielsweise einfache Drehteile oder Dichtungen. „Durch den Einsatz der Vendor Managed Inventory Lösung von SupplyOn konnten wir die Beschaffung dieser Teile deutlich optimieren“, sagt Roland Dudichum, verantwortlich für die Umsetzung der VMI-Prozesse mit den Lieferanten bei ZF. „Einerseits haben die Lieferanten nun ein wesentlich besseres Verständnis für unsere tatsächliche Situation. Andererseits konnten wir den Umfang der physischen Prozesse reduzieren und damit Kosten und Zeit sparen.“ So hat sich zum Beispiel die Transportfrequenz über alle Lieferanten im Mittel um 30 Prozent reduziert. „Statt zehn Prozessen haben wir mit unseren VMI-Lieferanten oft nur noch einen“, sagt Dudichum, „das heißt, dass ein großer Teil des Prozessvolumens im Bereich der Lagerverwaltung, des Transports und der Buchhaltung schlicht entfällt.“

Optimales Lagermanagement

Durch den Einsatz von Vendor Managed Inventory über SupplyOn sind die internen Prozesse bei ZF für die Lieferanten transparenter geworden. Während sie vorher lediglich auf den Lieferabruf reagieren konnten, stehen ihnen heute tagesaktuelle detaillierte Informationen über die Teilebewegungen und den Bestand zur Verfügung. Damit lässt sich die Teilelieferung optimal planen und der Lagerbestand deutlich reduzieren: Die Bestandreduzierung bei ZF liegt seit Projektstart bei über einer Million Euro. Auch für die Lieferanten-Performance und deren Messung bietet der VMI-Prozess Vorteile: Zum einen führt die stärkere Einbeziehung der Lieferanten in den Produktionsprozess zu einem besseren Verständnis der Bedürfnisse von ZF.

Zum anderen lässt sich nun die Liefertreue besser und genauer registrieren. „In Zukunft werden solche Kennzahlen in den Performance Manager, das Qualitätsmanagement-Tool von SupplyOn, integriert. Damit haben wir eine sehr gute Grundlage, um die Performance systematisch analysieren und langfristige Optimierungsstrategien umsetzen zu können“, sagt Dudichum.

Vorteile für Lieferanten

Der VMI-Prozess bietet insbesondere denjenigen Lieferanten Vorteile, die noch nicht über ein umfassendes, hoch automatisiertes System verfügen und kein klassisches EDI-System einsetzen. Diese Unternehmen können mit der günstigen WebEDI-Lösung in Kombination mit SupplyOn Inventory Collaboration ein effizientes System aufbauen, das die Prozesse stark automatisiert.

Während früher die Lieferabrufe von Hand ausgedruckt und manuell ins System eingegeben werden mussten, lassen sich nun die Bedarfe direkt herunterladen. Lieferanten haben beim VMI-Ansatz sowohl eine höhere Dispositionsverantwortung als auch größere Freiräume. Sie profitieren dabei vor allem von der hohen Transparenz: Während sie bei einem herkömmlichen Prozess lediglich über die im Lieferabruf festgehaltenen Liefertermine und Liefermengen informiert wurden, kennen sie heute die tatsächliche Lager- und Produktionssituation ihres Kunden. Damit können sie den Lieferprozess eigenverantwortlich gestalten und auch ihre eigenen Produktions- und Logistikprozesse besser planen.

„Man sieht sehr schnell und detailliert den aktuellen Lagerbestand und die Bedarfe und kann feststellen, wie lange die Bestände reichen werden. Dadurch können wir selbst die Liefermenge und den Lieferzeitpunkt bestimmen. Anstatt vieler taggenauer Teilelieferungen mit genauen Terminen und Mengenvorgaben, können wir größere Mengen liefern und reduzieren die Lieferhäufigkeit“, sagt Friedrich Grässle, Geschäftsführer der Grässle GmbH, die ZF seit 1968 mit Baugruppen aller Art, wie zum Beispiel Rast- und Federelementen, Ventilen und Tachowellen, beliefert.

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