Verteidigungsbereitschaft beginnt mit der Lieferkette

Die europäische Verteidigungsindustrie durchläuft derzeit einen grundlegenden Wandel. Nach vielen von Frieden geprägten Jahrzehnten, steht nun die Verteidigungsbereitschaft bis 2029 auf der Agenda. Dies erfordert mehr als nur eine Steigerung der Produktionskapazitäten – es erfordert widerstandsfähige Lieferketten, eine schnellere Einbindung von Zulieferern und mehr Transparenz in immer komplexer werdenden Ökosystemen.
Diese Themen standen im Mittelpunkt des ersten BME-Netzwerktreffens „Beschaffung in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“, bei dem führende Branchenvertreter darüber diskutierten, wie Beschaffung und Lieferkettenmanagement einen erfolgreichen Ausbau der Verteidigungsfähigkeiten ermöglichen können.

Im Rahmen des Vorprogramms veranstaltete SupplyOn den bis auf den letzten Platz ausgebuchten Workshop „Ramp-up Ready: Neue Lieferanten integrieren, Risiken reduzieren, Durchsatz steigern“, moderiert von Arvid Holzwarth. Vierzig Experten aus den Bereichen Beschaffung und Supply Chain Management deutscher Spitzenunternehmen der Verteidigungsindustrie diskutierten, wie Engpässe identifiziert, die Einbindung neuer Lieferanten beschleunigt, die durchgängige Transparenz verbessert und zuverlässige Prozesse etabliert werden können, die die Versorgung während der gesamten Hochlaufphase sicherstellen.
Im Anschluss an eine Impuls-Präsentation bewerteten die Teilnehmer mithilfe einer interaktiven Mentimeter-Umfrage den Reifegrad der heutigen Kapazitäten zur Produktionsausweitung, bevor sie sich in vier Arbeitsgruppen aufteilten, um praktische Empfehlungen zu den Themen Beschaffungsvorlaufzeiten, Standardisierung, Erfahrungen aus großen Verteidigungsprogrammen und die Rolle digitaler Lieferantennetzwerke in regulierten Branchen zu erarbeiten. Die Diskussionen unterstrichen ein gemeinsames Verständnis: Eine erfolgreiche Produktionsausweitung im Verteidigungssektor hängt von einer engen Zusammenarbeit im gesamten Lieferantennetzwerk ab.
Da neue Technologien wie autonome Systeme und Drohnen die Verteidigungslandschaft neu gestalten, werden widerstandsfähige und souveräne Lieferketten zu einem strategischen Vorteil. Digitale Lieferantennetzwerke helfen Herstellern dabei, neue Partner schneller zu integrieren, Risiken früher zu erkennen und die Zusammenarbeit zwischen Beschaffung, Qualitätssicherung und Logistik zu stärken.


