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20. März 2015

Supply Chain Excellence Forum 2015: Mit vereinten Kräften für eine bessere und zukunftsfähige Lieferkette

Passende Themen: AirSupply, Collaboration, SCM, Supply Chain

Supply Chain Excellence Forum Die Aerospace Supply Chain Manager von BavAiria sowie aus weiteren Clustern/Verbänden wie SPACE und Niedersachsen Aviation trafen sich das zweite Jahr in Folge im Aerospace Industry Park Oberpfaffenhofen, um über die Herausforderungen von Tier n in der deutschen Luftfahrtindustrie zu diskutieren.

In ihrer Ansprache begrüßten Herr Gundel und Herr Schwarz von BavAiria die über 150 Teilnehmer, rund die Hälfte davon Aerospace Supply Chain Manager aus Bayern. In ihrer Eröffnungsrede machten sie unmissverständlich klar, welch verantwortungsvolle Rolle den Clustern und Verbänden zukommt, wenn es um die Förderung einer robusten Lieferkette und die Unterstützung von Prozessinnovationen geht, die im Vergleich zu Produktinnovationen bisweilen vernachlässigt werden.

Zu Beginn der Veranstaltung nahmen die meisten Gäste an einer Werksführung bei RUAG Aerostructures teil, wo komplette Heckteile für die Airbus A320- und die Bombardier CRJ-Familie montiert werden. Die Werksführung zeigte deutlich, welch enge Verknüpfungen innerhalb der Luftfahrtbranche bestehen, und dass konkurrierende Tier nach und nach mehr Verantwortung innerhalb der Lieferkette übernehmen, indem sie immer häufiger eigenverantwortlich Kaufentscheidungen treffen anstatt nur die Bereitstellung der Teile zu übernehmen.

Die gemeinsame Präsentation von Dieter Etzold, Managing Director bei RUAG Aerostructures, und Rolf Philipp, Managing Director bei Aircraft Philipp, verdeutlichte, dass sich gemeinsame Anstrengungen von Tier 1 und Tier 2 zur Stärkung der Lieferkette auszahlen. Die beiden gaben Einblicke dazu, wie Offshoring z. B. nach Indien, bei bestimmten Materialien zum Erfolg führen kann. Dies gilt dann, wenn die heimische Wertschöpfungskette auf vertrauenswürdige Partner, wie in diesem Fall TAL (ein Unternehmen von Tata), setzen und so von hoher Produktqualität und attraktiven Preisvorteilen profitieren kann. Dies führte zu der Erkenntnis, dass die Suche nach dem richtigen Partner Zeit und Aufwand erfordert, sich aber lohnt.

Herausforderungen der Supply Chain

Der Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich die Rede von Eduardo Dominguez-Puerta, Vice President des Supplier Development Management bei Airbus SAS. Er rief die Lieferanten der deutschen Luftfahrtindustrie dazu auf, sich weiter auf stetige Verbesserungen und Zukunftsfähigkeit zu konzentrieren, anstatt auf „Brandbekämpfung“ im Krisenfall zu setzen. Er unterstrich wie wichtig die Vermeidung vorhersehbarer Engpässe ist, z. B. im Zusammenhang mit Qualitätsproblemen oder Lieferverzögerungen. Herr Dominguez-Puerta verglich QSF-A (das Konzept der „verlängerten Werkbank“ für Lieferanten) mit in seinen Worten „Branchenwillkür“ und betonte die Bedeutung von QSF-B.

Außerdem stellte er eine sehr wichtige Frage: wo sieht sich die deutsche Industrie bzw. wo sehen sich die deutschen Tier in einer Zukunft, in der der Fokus vermehrt auf Industrie anstatt auf Design liegen wird. Es wurde deutlich, dass jeder Aerospace Tier als Teil der gesamten Lieferkette wichtig ist und sich weiterentwickeln muss.

Dr. Matthias Mette, VP Procurement und SC bei Premium Aerotec (PAG), lieferte wichtige Einblicke in die Herausforderungen der Lieferkette. Sein Unternehmen ist eine 100%-ige Airbus-Tochter aber zugleich Lieferant für Kernbereiche von Airbus. Das bedeutet etwa 75 % der Wertschöpfungskette werden extern von PAG zugekauft. Das Wachstum von PAG hängt von der Auftragssituation bei Airbus ab, die aktuell bei rund 50 Standardrumpfflugzeuge pro Monat liegt.

Auch die Notwendigkeit, das Konzept der „verlängerten Werkbank“ (QSF-A) gegen das Prinzip der Risikoteilung unter Partnern (QSF-B) zu tauschen, wird immer offensichtlicher. Einkauf und Organisation der Lieferkette von PAG werden sich entsprechend verändern. Als ein möglicher Lösungsansatz, um z. B. systembedingte Materialengpässe zu reduzieren, gilt die ergänzende Konsolidierung sowie der Einsatz geeigneter Kollaborationstools.

Am Nachmittag fanden zeitgleich sechs SC-Workshops statt, deren wichtigste Ergebnisse wurden später dem Plenum präsentiert wurden. Die Themen der Workshops lauteten:

  1. Geschäftsmodelle
  2. Industrieleistung
  3. Vertriebs- und Geschäftsplanung
  4. Internationalisierung
  5. Kooperationen
  6. Finanzierung

Als Vertreter von SupplyOn war es für mich eine positive Erfahrung, zu sehen, dass der Workshop zur Vertriebs- und Geschäftsplanung die meisten Teilnehmer anziehen konnte. In diesem Workshop wollten Lieferanten die ergebnisorientierte, nicht hierarchische Zusammenarbeit mit ihren Kunden weiter verbessern, z. B. bei ECNs und Änderungen in letzter Minute.

Mehrere Teilnehmer erwähnten das SupplyOn Collaboration Tool AirSupply als Mittel, mit dem man aus ihrer Sicht die Kollaboration effizienter zu gestalten könnte, und schlugen vor, den Rollout des Tools bei Lieferanten, die es bisher noch nicht nutzten, aktiv voranzutreiben.

SupplyOn ist hier schon auf einem guten Weg: Vor kurzem konnten wir den der 1000. Lieferanten aus der Luftfahrtbranche in der Community begrüßen und die Verbreitung unserer Branchenlösung nimmt noch weiter zu, auch im Tier 2-Bereich.

Die Veranstaltung wurde durch die Cluster und Verbände abgeschlossen, die gemeinsame Folgeaktivitäten zur Verbesserung der Lieferkette vereinbarten, um die deutschen Luftfahrtzulieferer zu unterstützen.

arvid

Arvid Holzwarth

Als Manager Consulting ist es mein Ziel, als zentraler Ansprechpartner unsere Aerospace Bestandskunden bestmöglich zu betreuen. Nicht nur im laufenden Projekt soll sich der Kunde in guten Händen fühlen, sondern auch bei neuen Herausforderungen, die den Kunden umtreiben und bei denen SupplyOn Teil der Lösung sein kann. Neben dem regelmäßigen Austausch über moderne Kommunikationsmedien ist mir vor allem der persönliche Austausch mit meinen Ansprechpartnern wichtig – auf Messen, bei Kundentreffen und natürlich beim Kunden vor Ort. Ich blogge hauptsächlich über Aerospace Messen und Kundentreffen.

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