SCM Insights, Technology
22. September 2020

Transportlogistik mit Multi-Cloud und RPA automatisieren

Passende Themen: Automation, Digital Supply Chain, Gartner, Transportmanagement

Multi-Cloud-Plattformen und Automatisierungsverfahren wie RPA ermöglichen intelligente Transport- und Logistikprozesse
Multi-Cloud-Plattformen und Automatisierungsverfahren wie RPA ermöglichen intelligente Transport- und Logistikprozesse

Ein durchgängiges Transportmanagement lebt vom Datenaustausch in Echtzeit zwischen allen Logistikpartnern. Steht diese Basis, so lassen sich Logistik- und Transportprozesse durch intelligente Mechanismen automatisieren. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei vor allem Multi-Cloud-Plattformen in Verbindung mit Automatisierungsverfahren wie RPA (Robotic Process Automation) ein.

Multi-Cloud als Datenbrücke verschiedenster Systemwelten

Eine der größten Herausforderungen in der Digitalisierung von Transportprozessen ist die Vielzahl unterschiedlicher IT-Landschaften und Services. Damit zwischen allen Logistikpartnern reibungslos Daten getauscht werden können, bedarf es einer gemeinsamen technischen Ebene. Genau dort liegt der Ansatzpunkt der Multi-Cloud.

Die interoperable Struktur ermöglicht das Verknüpfen vieler heterogener IT- und Cloud-Systeme über entsprechende Schnittstellen und Web-Services. Dadurch ist die Multi-Cloud als Plattform ideal für Kommunikation und Datenfluss in Echtzeit, unabhängig vom Cloud-Typ, also Private-, Public- oder Hybrid-Cloud. Darauf aufbauend lassen sich mit geringem Aufwand Prozesse integrieren, neue Dienstleister anbinden und moderne Technologien einsetzen.

Wie profitiert die Transportlogistik von Multi-Cloud?

Damit Teileversorgung, Produktion und der Versand der eigenen Güter sichergestellt sind, müssen alle Akteure eng zusammenarbeiten und immer auf dem Laufenden sein. Dies setzt Echtzeit-Daten voraus, welche wiederum nur durch die digitale Verzahnung aller Systeme gewonnen und geteilt werden können.

Dabei unterstützt die Multi-Cloud um ein Vielfaches. Durch das Bereitstellen der Daten und Kommunizieren über die Plattform sind alle Beteiligten up to date. Risiken und Schwachstellen im Transportprozess lassen sich unverzüglich aufdecken und optimieren.

Prozesse mit RPA automatisieren

Die Gartner Top 10 Strategic Technology Trends für 2020 entfachten erneut die Diskussion um den RPA-Ansatz und dessen technologische Entwicklung. Die robotergestützte Prozessautomatisierung findet vor allem bei zeitaufwendigen, repetitiven Aufgaben Anwendung. Dabei ist RPA kein Novum: Seit mehreren Jahrzehnten nutzen Unternehmen die dahintersteckenden Prinzipien und Logiken, vor allem in der Transportabwicklung.

Warum RPA im Transportmanagement?

Die Vorteile liegen auf der Hand: RPA-Bots übernehmen Arbeitsschritte, die sonst manuell von Mitarbeitern ausgeführt werden müssten. Dazu zählen etwa das Prüfen von Transportfortschritten, die Datenerfassung für mehrere IT-Systeme ohne Interface, wie auch das Aktualisieren der voraussichtlichen Ankunftszeit. Auf der anderen Seite besorgen RPA-Bots Daten, die über normale elektronische Verfahren nicht bereitgestellt werden und können somit „vorhandene Datenlücken“ schließen.

Die Bots informieren aktiv über Abweichungen oder Anomalien im Prozess, die vital sein könnten. Denn kritische Verzögerungen oder durch Sensorik festgestellte Temperaturschwankungen oder Erschütterungen sind ausschlaggebend für die Gewährleistung von Lieferzeit und Warenqualität.

Diese aktiven Alerts sparen Logistik-Verantwortlichen Zeit und Nerven. Sie müssen sich nur noch den Prozessausnahmen widmen und können die gewonnenen Ressourcen in die Optimierung der Transporte oder der gesamten Supply Chain investieren.

Jörg Fürbacher

Vorstand EURO-LOG AG

Seit der Firmierung zur EURO-LOG AG im Jahr 2002 ist Jörg Fürbacher Vorstand/CEO und berät somit seit über 19 Jahren internationale Kunden aus Automotive, Handel, Logistik und Industrie in der Digitalisierung von Logistikketten und Prozessen, wie Supply Chain Management und Transportmanagement.
Weiterhin ist Jörg Fürbacher Mitglied des Kuratoriums des Fraunhofer-Instituts für integrierte Schaltung und im Beirat der Gesellschaft für Produktionsmanagement e.V. Hierbei bildet er die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie.

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