SCM Insights
5. Oktober 2017

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Ein Kommentar

Passende Themen: Digital Supply Chain, digitale Transformation, Digitalisierung, Lieferantenkollaboration

Bei der Digitalisierung hinkt der Anspruch der Wirklichkeit hinterher. Wichtig ist aber vor allem, die Digitalisierungsstrategie zielgerichtet aufzusetzen.
Bei der Digitalisierung hinkt der Anspruch der Wirklichkeit hinterher. Dabei ist es dringend notwendig, die Digitalisierung gerade auch der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit zielgerichtet voranzutreiben.

Wohin man auch schaut – „digital“ ist DAS beherrschende Thema. Dabei ist Digitalisierung gar nicht so sonderlich neu und beileibe kein reines Zukunftsszenario für die Zeitachse 2020 bis 2030.

Nein, die Digitalisierung von Aufgaben und Prozessen begleitet uns schon eine ganze Weile. Und da gibt es immer noch einige Hausaufgaben zu lösen. Denn die Unternehmenswelt ist leider noch nicht so digital, wie sie sein könnte – oder sollte. Besonders bei der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit hapert es noch: Fax, Telefon und E-Mail sind vielerorts immer noch Standard beim Versand von Bestellungen, Verträgen, Liefer- und Bestandsinformationen oder anderen Daten.

Dabei ist EDI als Standard für den Austausch eben dieser Daten wahrlich nicht neu. So haben die Automobil– wie auch die Aerospace-Industrie schon seit vielen Jahre ihre Lieferantenkollaboration via EDI digitalisiert. Und das gilt nicht nur für die Zusammenarbeit der Hersteller mit ihren Tier1-Lieferanten, sondern setzt sich immer weiter an den Anfang der Lieferkette fort.

In anderen Branchen sieht es da – leider – noch etwas anders aus. Wobei natürlich vielerorts das Digitalisierungsthema immer mehr an Fahrt aufnimmt.

Am Anfang steht die Digitalisierung, …

Was in all dem Digitalisierungs“hype“ ein wenig untergeht:

Digitalisierung ist kein Selbstzweck.

Vielmehr geht es bei der Digitalisierung der Lieferkette zu allererst um die Erhöhung der Versorgungssicherheit. Sprich: Um die zuverlässige Versorgung mit allen benötigten Produktionsmaterialien.

Das erfordert natürlich Transparenz: Transparenz darüber, ob der Lieferant die Waren in gewünschter Menge und Qualität zum erforderlichen Termin liefern kann. Und diese Transparenz lässt sich eben nur durch eine direkte elektronische Datenanbindung der ERP-Systeme erreichen – wie bei EDI.

… am Ende der zufriedene Kunde

Mit der hohen Transparenz über die eigene Versorgungslage sinken wiederum die Risiken erheblich, die Lieferzusagen gegenüber den eigenen Kunden nicht einhalten zu können. Das steigert die Kundenzufriedenheit. Somit profitieren letztlich alle.

Fundament für die digitale Zukunft

Die Digitalisierung des Liefer- und Bestellprozesses ist also die Grundlage für alle weitergehenden Schritte. Es ist zwar nur ein Basisprozess, aber dafür ein sehr wichtiger. Über diesen lassen sich später zusätzlich IoT- oder Sensordaten austauschen.

Sensoren werden niemals über Fax und E-Mail kommunizieren.

Vielmehr benötigen sie elektronische Autobahnen à la EDI. Und Sensordaten werden immer wichtiger in der Supply Chain der Zukunft: So lassen sich etwa Bauteile eindeutig zurückverfolgen, Lieferungen mittels Track&Trace überwachen oder Test- und Betriebsdaten analysieren.

Damit legt die digitalisierte Lieferkette auch den Grundstein für ein weiteres wichtiges Zukunftsthema: Predictive Maintenance.

Christian-Kastl

Christian Kastl

Manager Industry 4.0

Es ist wirklich aufregend, im digitalen Zeitalter zu leben. Wir werden eine Reihe neuer Entwicklungen sehen, die ganz neue Geschäftsmodelle hervorbringen. Mich reizen vor allem die Themen Industrie 4.0, Smart Factory und Smart Logistics. Daher möchte ich in meinem Blog ein wenig Licht ins Dunkel neuer Lösungen und Trends in diesem Bereich bringen.

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