Text reading MEET János & Falco next to a portrait of two men.

Künstliche Intelligenz verändert die Softwareentwicklung von Grund auf. Doch was bedeutet das im Alltag für Entwicklerinnen und Entwickler? Bei SupplyOn geht es längst nicht mehr nur um Code-Vervollständigung im Editor. Unsere Teams treiben den Wandel hin zu modernen, agentenbasierten Workflows aktiv voran.

Im Interview sprechen Falco (Senior Software Engineer) und János (Lead Engineer) über den Schritt vom reinen Zeilenschreiben zum Denken in Systemarchitekturen, den Mut zum Prototyping und warum menschliche Urteilskraft heute wichtiger ist denn je.

 

Wenn man euch heute bei der Arbeit über die Schulter schaut: Was hat sich im Vergleich zu früher grundlegend verändert?

János: Vor einigen Jahren war Softwareentwicklung noch echtes Handwerk. Jede Zeile Syntax wurde selbst getippt, Codebausteine wurden von Hand kopiert. Dann kamen die ersten Autovervollständigungen – ähnlich den Wortvorschlägen beim Smartphone – was Routineaufgaben schon spürbar beschleunigt hat. Heute übernehmen intelligente Agenten einen Großteil dieser Fleißarbeit bei der Code-Generierung. Das verschafft uns wertvollen Raum fürs Wesentliche. Statt Codezeilen einzutippen, geht es heute um präzises Prompten, das Orchestrieren von Agenten sowie gründliche Architektur- und Code-Reviews, um höchste Qualität zu sichern.

Falco: Auch die Fehlersuche läuft heute viel effizienter. Früher hat man oft stundenlang nach einzelnen Tipp- oder Syntaxfehlern gesucht. Heute unterstützt die KI gezielt: Ich frage den Agenten nach der Fehlerursache und erhalte sofort fundierte Hinweise. Dadurch können wir uns viel stärker darauf konzentrieren, was die Architektur leisten muss und wie sie die geschäftlichen Anforderungen unserer Kunden am besten erfüllt.

 

Ihr habt euch beide nicht mit dem Status quo zufriedengegeben. Wie kam es zum internen Coding-Agenten und zum ersten KI-nativen Team?

Falco: Mir ist aufgefallen, dass Entwickler bei der Nutzung von KI oft am selben Engpass hängenbleiben: Prompt eingeben, auf Feedback warten, prüfen, neu prompten. Dieses ständige Hin und Her kostet enorm viel Konzentration und unterbricht den Flow. Ich wollte wissen, wie sich wiederkehrende Schritte automatisieren lassen, damit Prozesse parallel und reibungslos laufen. Weil SupplyOn strategisch voll auf KI setzt, habe ich den internen Freiraum genutzt und auf eigene Faust einen Prototyp für einen internen Entwickler-Agenten gebaut.

János: Bei mir ging es darum, ein starkes Team für unsere neue KI-native Sourcing-Lösung aufzubauen. Das war super spannend, denn die größten Hebel lagen anfangs gar nicht in den Modellen, sondern in klassischen Führungs- und Prozessfragen. Wie schweißt man ein Team richtig zusammen? Wie etablieren wir klare Best Practices rund um KI-Tools? Die Technologie schafft ein innovatives Umfeld, aber enge Zusammenarbeit, offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen bleiben das Fundament für gemeinsamen Erfolg.

 

KI schreibt Code in Sekundenschnelle. Welche Fähigkeiten braucht ein moderner Software-Engineer heute wirklich?

János: KI-Agenten sind schnell und sie neigen dazu, enorme Mengen an Code zu erzeugen. Genau hier werden Erfahrung und das menschliche Urteilsvermögen unersetzlich. Es reicht nicht, dass ein Feature heute schnell funktioniert, die Software muss auch in zwei Jahren noch stabil laufen. Entwickler müssen klare Architekturleitplanken setzen, KI-Werkzeuge gezielt steuern und die Codebasis fortlaufend aufräumen, damit sie schlank und wartbar bleibt. Unsere Kunden in globalen Lieferketten verlassen sich auf absolut robuste Systeme, und die Verantwortung für diese langfristige Qualität trägt immer der Mensch.

Falco: Früher hast du eine Anforderung einfach in kleine Teile zerlegt und die einzelnen Code-Bausteine selbst runtergetippt. Heute haben wir viel stärker das Gesamtsystem im Blick. Fügt sich das neue Feature überall sauber ein? Stimmt das Erlebnis für die Anwender? Dafür gibt es aus meiner Sicht heute drei typische Rollen:

  • Der Rapid Prototyper: testet neue Technologien und Ideen schnell und pragmatisch.
  • Der Product Builder: formt daraus marktreife, skalierbare Produkte.
  • Der Maintainer: sichert langfristige Stabilität, Sicherheit und den laufenden Betrieb.

 

Um solche neuen Rollen auszufüllen und eigene Prototypen zu bauen, braucht es Rückendeckung. Wie sah das Umfeld dafür bei euch konkret aus?

Falco: Die Unterstützung war von Anfang an da, im Team wie im gesamten Bereich. Als klar war, dass wir bei SupplyOn voll auf KI setzen wollen, habe ich einfach losgelegt. Meine Ideen sind überall auf offene Ohren gestoßen. Entscheidend ist die Balance. Das Tagesgeschäft muss laufen. Passt das, bekommt man den Freiraum, Neues zu testen. Das gilt auch über die Entwicklung hinaus. Wer sich in bereichsübergreifenden Initiativen oder Führungsthemen einbringen möchte, wird voll unterstützt und bekommt die nötige Zeit dafür.

János: Dieses Vertrauen habe ich selbst erlebt. Schon nach zwei Monaten habe ich die Chance, bekommen eine Teamleitung zu übernehmen. Ein so früher Vertrauensvorschuss ist außergewöhnlich. Da unser Team neu war, habe ich mich früh im Unternehmen vernetzt, um unsere Ausrichtung abzugleichen, so entstand auch der Austausch mit Falco. Ob Architektur oder Organisation, alle waren extrem offen und hilfsbereit. Genau diese enge Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg schafft eine starke Teamkultur.

 

Wenn morgen jemand neu bei euch anfängt: Worauf kann man nach sechs Monaten mit Stolz zurückblicken?

János: Neue Kolleginnen und Kollegen legen bei uns sofort in modernen, agentenbasierten Umgebungen los und arbeiten an handfesten KI-Lösungen. Mit den passenden Tools ist man schnell eingearbeitet, übernimmt früh Verantwortung und redet beim Produkt von Anfang an mit. Da sich die Technologie so rasant entwickelt, bleibt man fachlich immer ganz vorne dabei. Nach sechs Monaten sieht man schwarz auf weiß, was man da tatsächlich mit aufgebaut hat

Falco: Ab Tag eins arbeitet man an Lösungen, die unseren Kunden wirklich weiterhelfen. Das Team unterstützt einen voll dabei, sich schnell in den neuen Tools und Abläufen zurechtzufinden. Und es ist einfach ein starkes Gefühl zu sehen, wie die eigenen Features kurz darauf bei echten Kunden live gehen. Wer Neugier, Systemverständnis und Lust auf modernes Software-Engineering mitbringt, kann bei SupplyOn richtig schnell etwas bewegen.

 

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